Ruheorte – Geisterstadt Immerath – Vergangenheit und Zukunft

Geisterstadt ImmerathEin ganz besonderes Erlebnis für den Urbexer aus Hessen (also mich) ist der Besuch einer Geisterstadt. Eine solche kann man ca. 40km südwestlich von Düsseldorf besichtigen. Der dortige Braunkohleabbau Garzweiler breitet sich Richtung Westen aus, die Menschen müssen weichen, ganze Städte werden aufgekauft, Menschen umgesiedelt, die Siedlungen nach und nach dem Erdboden gleich gemacht.
Dann kommen die Bagger.
Das ist für Fotografen und Urbexer ziemlich beeindruckend, für die Menschen die dort mal gelebt haben sicherlich nicht. Den Tagebau selbst kann man mittlerweile an verschiedenen Aussichtspunkten überschauen, schon beeindruckend (Bilder am Ende). Auf den Ort selbst bin ich durch einen Blogbeitrag über Immerath auf neontrauma.de/neu: Vom Landleben aufmerksam geworden, dort findet ihr auch viele Hintergrundinfos über die Stadt. In Immerath leben noch ein paar Menschen, die Häuser sind alle verrammelt, die Kirche ebenso wie das Krankenhaus. Man begegnet Fotografen und anderen Touristen, die sich dem Charme des Städtchens nicht entziehen können (25 Bilder).
Das aktuelle Thema der WordPress Photo Challenge ist Off-Season und passt deswegen perfekt zur Ghost City Immerath.

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Noch ein Blick ein die Gegenwart und somit auch in die Zukunft:

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22 Kommentare zu Ruheorte – Geisterstadt Immerath – Vergangenheit und Zukunft

  1. Eigentlich würde ich ja den „gefällt mir“-Button anklicken, aber da ich strikt gegen Garzweiler II und die Erweiterung bin tue ich es nicht. Die Aufnahmen an sich sind toll und reflektieren den einzigartigen Charme vieler niederrheinischer Dörfer.
    LG Oli

    • dosenkunst sagt:

      Danke für deine Worte, ich schließe mich dir inhaltlich an. Eine überholte Energieform, unser Geld sollte in erneuerbare Energien fließen und alle Subventionen auslaufen.
      Trotzdem konnte ich mich der Faszination dieses Ortes nicht verschließen, nicht nur aus fotografischer Sicht. Die Menschen, die dort viele Jahre lebten, sind in ihren großen und kleinen Hinterlassenschaften immer noch spürbar. Wir unterhielten uns auch mit Besuchern, die dort aus der Gegend kommen, die meinten das die ehemaligen Bewohner zumindestens was ihre Wohnsituation angeht eine Verbesserung erlebt haben (moderner Wohnraum). Was bleibt ist natürlich der Zwang des Umzugs, keiner konnte es sich aussuchen. Man muss sich nur vorstellen was es für einen selbst bedeuten würde, wenn man betroffen von solch einer Situation wäre.

  2. Marc sagt:

    Hammer! Die Bilder, sehr sehr geil. Traurig aber der Anlass. 2015 sollte das Verbrennen von Kohle eigentlich der Vergangenheit angehören.

    • dosenkunst sagt:

      So ist es. Aber das sind wohl auch die Konsequenzen wenn man aus der Atomkraft aussteigt. Aus Atomenergie und Kohleenergie aussteigen, wird wohl noch etwas dauern. Da wird dann das eine Übel wegen dem anderen geduldet…

  3. Elke sagt:

    Das ist schrecklich und ganz und gar inhuman. Ich habe darüber mal im TV eine Dokumentation gesehen. Etwas ähnliches gibt es auch irgendwo im hohen Norden, kann sein Finnland – da bin ich mir nicht mehr sicher. Wie kann man das Menschen nur antun? Aber das ist ja nichts Neues. Auch für unseren Edersee wurden Dörfer geflutet. Danke – dass du das dokumentierst.
    LG – Elke

  4. tms sagt:

    Dieser Aufwand – und trotzdem ist Strom so billig. Ich selbst bin bei Düsseldorf zur Schule gegangen, und in den 70ern des letzten Jahrhunderts hat man uns die notwendigen Umsiedlungen dort noch als überwiegend positiv verkauft: Schöne neue Orte, schöne neue Häuser. Aber alles von der Stange… Da wird Geschichte unter Abraumhalden begraben.

    Deine Dokumentation finde ich gerade vor diesem Hintergrund sehr beeindruckend. Danke fürs Erinnern!

    • dosenkunst sagt:

      Gerne. Auch wenn ich mir manchmal komisch vorkomme, so in der Geschichte der Menschen herumzulaufen, schon irgendwie als Spanner der Vergangenheit, so geht es beim Urbexen doch auch um die Erinnerung an diese Orte, die oft vergessen wurden, verfallen und irgendwann nicht mehr da sind.

  5. KoolSlimJim sagt:

    Frage von dem passioniertem Graffiti-Liebhaber: das heißt in der Konsequenz die hier freigewordenen und verwaisten Flächen könnten auch mit einem Graffiti verschönert werden? Du hast ja bereits ein paar sehr schöne Stimmungsbilder eingefangen. Selbiges kann man aber ja auch mit seinem Graffiti umsetzen bzw noch unterstützen. Kennt jmd hierzu die Rechtslage? Abgerissen wird es ja am Ende so oder so (in Bezug auf Eigentumsrecht und Sachbeschädigung). Fände ich ganz interessant zu wissen. Danke

    • Greti sagt:

      Da würde ich dringend Abstand von nehmen. Leider gibt es sehr viel Vandalismus in dem Ort. Nachts ist die Zufahrt inzwischen sogar gesperrt. Der sicherheitsdienst ist (zurecht) schwer genervt, wenn zu viele Unbekannte durch die Straßen ziehen. Leider sind es wenige, die die Gesamtsituation für viele zerstören.

      • dosenkunst sagt:

        Ich stimme dir zu. Und kann diesen Vandalismus echt nicht verstehen. Als wir vor Ort waren, waren laute Geräusche in den oberen Stockwerken des Krankenhauses zu hören, eine Gruppe junger Leute sind durch die Flure gezogen und haben auf alles mögliche eingeschlagen. Unfassbar. Eine Nachbarin hat den Wachschutz gerufen, dieser die Polizei. Gott sei dank haben die Vandalendeppen ihre Autos direkt vor dem Krankenhaus geparkt, die Polizei hat die Wagen blockiert, sie mussten sich also stellen. Recht so.

    • dosenkunst sagt:

      Im Ort wird viel Wert drauf gelegt, das nichts kaputt gemacht wird oder „verschandelt“, Graffiti finden sich nicht an den Häusern. Käme mir dort auch unpassend vor. Es leben noch einzelne Familien im Ort, welches Haus belebt ist, kann man nicht so genau sagen. Als Besucher kommt man sich irgendwie wie auf einem Friedhof vor, die Häuser als Mahnmahl an die Vergangenheit. Alle laufen sehr bedächtig und vorsichtig durch die Straßen, Vandalismus (erlebt) wird vom Wachschutz bemerkt und sofort die Polizei benachrichtigt. Die kommt auch, wahrscheinlich ziemlich oft.
      Im übrigen gehören die Häuser mittlerweile dem Energieunternehmen, Graffiti ist also Sachbeschädigung, der Besitzer greifbar. Ob die Anzeige erstatten wegen Sachbeschädigung, weiß ich nicht. Alte Fabrikhallen halte ich persönlich für besser geeignet, um sich künstlerisch auszudrücken.

  6. KoolSlimJim sagt:

    Hallo zusammen, vielen Dank für die Antworten auf meine Frage und die Klarstellung der Sachlage.Kann das sehr gut nachvollziehen und Vandalismus hatte ich keinesfalls im Sinn. Mir ging es vielmehr um die kreative und thematische Aufgreifung des Ganzen mittels Graffiti. Des weiteren hätte ich es auf die bereits zum Teil eingerissenen Häuser abgesehen um das Morbide hier aufzugreifen oder eben positiv zu verschönern. Das sollte hier kein Aufruf für irgendwelche Vandalismusdeppen und Vollpfosten sein, die brauch kein Mensch! Weder im Graffiti noch sonst wo. Begrüßen würde ich es trotzdem wenn sich in Zukunft hier das Bewußtsein von Gemeinden,etc. dahingehend verändert das man mit solchen Gegebenheiten auch geordneten Platz für Subkulturen schaffen kann. Ob man nun die leerstehende Fabrikhalle als Beispiel für sich selbst entdeckt und „beansprucht“ und sich künstlerich entfaltet oder ob das Ganze von einer Gemeinde in Teilen freigegeben wird so dass dies unter der Obhut eines Vereins oder Veranstalters ein Event stattfindet hat in der Folge dasselbe Ergebnis: es wurde Kunst erschaffen, die mit Vandalismus nichts gemein hat. Man stelle sich nur ein „MoS“ bspw. in einem Teil einer solchen Geisterstadt vor. Dies hätte einen Charme und kulturellen Wert den keine Hall aufgreifen kann.Des weiteren kann man so etwas auch sehr gut mit Statements und Spendenaktionen für die Betroffenen verbinden…dies nur als Beispiel. Die Graffitis am EZB Bauzaun in FFM waren auch keinesfalls pro EZB und trotzdem weit von Vandalismus entfernt (zumal ja nun die Stelle „frei“ war).In diesme Sinne..nochmals besten Dank!

    • dosenkunst sagt:

      Ich stimme dir zu und würde auch ein Projekt, wie du es beschreibst, gut finden. Der Ort eignet sich aber meiner Meinung nach nicht dafür, viele andere vielleicht schon. Ich denke es ist auch ein Unterschied, weil es dort sehr kleine Privathäuser sind, die leer stehen und/oder teilweise noch bewohnt sind. Das heißt aber nicht, das an vielen anderen Orten solche Graffiti-Projekte toll wären. Oder einfach Graffiti und Streetart, hinter der irgendetwas steckt, zumindestens ein kleiner künstlerischer Anspruch. Die Ibug zum Beispiel nutzt ja alte Industirebrachen und benachbarte Wände für ihre Kunst – genial. Vielleicht solltest du dir den Ort einmal anschauen und selbst beurteilen. Und um nochmal klar zu stellen – Graffiti selbst hat für mich nix mit Vandalismus zu tun. Vandalismus ist ein völlig anderes Thema.

  7. Pingback: Burning Tires in Urbino | litadoolan

  8. Violettinia sagt:

    Eine Geisterstadt in Deutschland! Immerath, noch nie davon gehört. Aber dank dir habe ich wieder was dazu gelernt. Toll.
    Liebe Grüße
    Katja

  9. Das Poolbild und das mit der Wendeltreppe sind meine Favoriten! Sehr cool! Man kann sich ziemlich genau vorstellen, was für eine Athmosphäre dort geherrscht hat.
    Mit was für einer Kamera fotografierst du?

    • dosenkunst sagt:

      Ich fotografiere im Moment mit einer Olympus E-M1. Die Stimmung war wirklich besonders, wir waren allerding nicht alleine dort. Einige Besucher waren dort, auch ein Fotoclub. Und im alten Krankenhaus waren Vandalen/Jugendliche drin, die später die Polizei geschnappt hat. War also was los. Ist aber krass dort durch die Stadt zu laufen an den kleinen Häusern vorbei (ca. 95% steht leer) und einzelne sind offen. Da schaut man den Leuten ins Wohnzimmer. Seltsame Stimmung.

      • Ja das gibt’s leider immer öfter.. Idioten findet man überall.
        Sehr schade um all die Erinnerungen und Geschichten, die die Orte erzählen. Eigentlich darf man gar nicht preisgeben, wo man schöne Orte/Gebäude finden kann..vielleicht lasse ich das auch bald.
        Deine Bilder sind auf jeden Fall sehr ansprechend und gelungen! 🙂 Tolle Kamera (und ein bisschen Talent gehört wohl auch dazu)! 😉

        • dosenkunst sagt:

          Ja, viele Urbexer reden nicht über den Standort der Orte. Manche sind natürlich auch allgemein bekannt, googlen kann ja jeder heutzutage.
          Und schön das dir meine Bilder gefallen, fotografieren ist sozusagen mein großen Hobby, ich liebe es loszuziehen und die Welt auf Chip zu bannen.

  10. Finn sagt:

    Dort waren wir auch vor kurzem unterwegs, war wirklich ziemlich cool.

    Nur als wir an der Kante vom Baggerloch standen, kamen auf ein mal zwei Securities angerannt und meinten, dass der Fahrer vom Schaufelradbagger sie angefunkt hätte, weil er dachte, dass wir aus Suizidgründen ins Loch springen wollten oO

    • dosenkunst sagt:

      Sind die schon dabei einzelne Häuser abzureißen oder steht der Ort noch? War das Krankenhaus zugänglich?
      Spannend, werde dort wohl nochmal vorbei schauen. Im Sauerland gibt es ja einen ähnlichen Ort….

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