Mannheim – Kleiner Graffiti & Streetart – Reiseführer 2015

MannheimUm es gleich vorweg zu nehmen, für diesen Artikel habe ich nicht mehrere Wochen recherchiert. Grundlage ist eine Fahrrad-Tour in den Osterferien 2015, ein Tag Mannheim nur mit dem Wunsch möglichst viel Graffiti & Streetart zu sehen ohne die weiteren Sehenswürdigkeiten zu beachten. Ich war ca. 25 km unterwegs und habe viele, viele unterschiedliche Sachen gesehen, über einige bemerkenswerte Werke von Herakut (Heldenkraft, Glücksteinquartier) und Case habe ich bereits berichtet. Die ersten sechs Teaserbilder geben einen Eindruck, über die Unterschiedlichkeit der Werke in Mannheim, danach geht es weiter mit den genauen Locations. Meine Tour habe ich grob auf einer map festgehalten (rechts). Wie immer bei solchen Touren lasse ich mich einfach treiben, schau mir den Weg an und fahre dort entlang, wo ich es spannend finde. So lag die Route durch den Hafen nicht auf der geplanten Runde, war aber einer der Höhepunkte meiner Tour. Vieles habe ich unterwegs entdeckt, Augen offen halten und Kamera griffbereit…

map_mannheim_tour1Eine gute Quelle für Infos im Vorfeld war für den nordwestlichen Teil der Route der Blogpost der Kollektiven Offensive aus Mannheim und für die Ecke im Südwesten der Bericht auf Der Wohnsinn. Olas Welt verdanke ich das Wissen über das Case-Mural.

Die ausgewählten 48 Bilder sollen nur einen kleinen Eindruck davon vermitteln, was Mannheim zu bieten hat. Fotografiert habe ich während der Tour über 350 Bilder. Wenn ihr selbst eine eigene Graffiti-Tour durch Mannheim plant und weitere Fragen habt, meldet euch doch per Mail oder schreibt in die Kommentare.

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Graffiti-Fahrrad-Tour durch Mannheim

Da ich mit dem Zug aus Frankfurt angekommen bin, war der Startpunkt meiner Tour der Bahnhof in Waldhof. Von dort ging es gen Norden nach Schönau zum Jugendzentrum.

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Werbung für Waldhof Mannheim

Am Jugendzentrum in Schönau (Endhaltestelle der Linie 1 in Schönau):

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Weiter zur Hall of fame am Park an der Mauerstraße:

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Weiter durch die Industriestraße (Tür) zur Inselstraße direkt an den Neckar, ein weiterer Abstecher zum Eingang Bonadieshafen lohnt sich ebenfalls:

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Folgt man dem Neckar entlang bis zur B44-Brücke zur Innenstadt, entdeckt an den Pfeilern auf der Nordseite einige ältere Graffiti, der Pfeiler selbst ist wohl auch ein legaler Ort zum Malen. Die Motive sind aber schon älter gewesen.

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MannheimAuf der Südseite der B44-Neckarbrücke bin ich über die Neckarvorlandstraße über den Verbindungskanal gefahren und dann auf dem „Linken Ufer“ südlich zur alten Brücke „Verlängerte Jungbuschstraße“. Das war so ein Ort an der Brücke, den ich zufällig entdeckt habe und der sich wunderbar für eine Pause eignet. Zum fotografieren und schauen – Graffiti und Streetart und Hafenbilder. Schön.

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Die Hafenstraße in südlicher Richtung führt zur Brücke Rheinstraße mit Graffiti und Streetart, vorher ein Blick in den Hafen:

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Von hier bietet sich ein Abstecher in die Innenstadt an zum Mural von Herakut bei F6.1 (Straßennamen gibt es in der City nicht):

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Zurück zur Haltestelle Rheinstraße sind viele der Unterführungen, Rad- und Fußwege bunt bemalt, das zieht sich bis zum Rhein um die Haltestelle Konrad-Adenauer-Straße. Dort kann man sich einige Zeit aufhalten und dutzende von Graffiti betrachten. Eine sehr kleine Auswahl:

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Quasi um die Ecke in der Rheinvorlandstraße am Speicher7 findet ihr das Mural von Case:

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Die Fahrradwege um die Haltestelle Konrad-Adenauer-Brücke sind ein Labyrinth, in dem ich mich ziemlich verirrt habe, auf einmal war ich über den Rhein rüber in Ludwigshafen. Selten habe ich so schnell die Stadt gewechselt.

Zurück nach Mannheim und südlich der Bahnlinie entlang über die Glücksteinallee war mein nächstes Ziel die Brücke Neckarauer Straße, die von der Uni auf Südseite über die Bahngleise führt. Dort kann bzw. konnte man lange Zeit das Geschwister-Mural von Herakut sehen, heute ist es größtenteils übermalt. Auf der anderen Seite der Bahnlinie entstand 2012 ein weiteres Werk der beiden. Diese Wand liegt direkt auf dem Bauhof-Gelände und ist deswegen etwas schwerer zugänglich.

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Mannheim HerakutAuf der Map oben endet die Tour an diesem Ort, ich habe mich allerdings noch quer durch die Stadt zum Jugendkulturzentrum Forum (nördlich des Neckar, Schafweide) gekämpft und unterwegs die Motive auf den Sprossen der Geländer entdeckt.

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Die Graffititour endete an dieser Stelle, von einem alten leerstehenden Krankenhaus in der Nähe von Waldhof wußte ich an diesem Tag aber auch noch nichts.

Dies ist mein bisher längster und aufwendigster Post auf diesem Blog geworden, falls ich nochmal nach Mannheim komme, ergänze ich ihn um weitere Spots.

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0 Kommentare zu Mannheim – Kleiner Graffiti & Streetart – Reiseführer 2015

  1. Violettinia sagt:

    In Mannheim gibt es wirklich tolle Graffitis. Und so einen Sonic hätte ich auch gern zu Haus! 😉

  2. urboth sagt:

    Boah, so müssen Städte aussehen! Ich find immer noch die geländerbilder an den Brücken und das große von herakut am eindrucksvollsten. Schade dass mein dad nicht mehr hier wohnt 🙁

  3. Jetamele sagt:

    Wow, was für tolle Bilder und Motive es an jeder Ecke gibt!!!!
    Da gibt es ja unendlich viel zu sehen und man bräuchte Tage, um alles detailliert zu entdecken …. Was du alles findest, ist echt beeindruckend. 😉

    • dosenkunst sagt:

      Na ja, Mannheim an sich ist jetzt nicht die schönste Stadt. Und die Kunst im öffentlichen Raum dort auf die verschiedenen Stellen beschränkt. Im Stadtgebiet selbst, der City, sieht es wie in jeder Stadt eher trist aus. Aber auch in Hamburg, Köln oder Düsseldorf konzentriert sich Straßenkunst auf bestimmte Viertel. Liebe Grüße.

      • Jetamele sagt:

        Also, Hamburg ist schon schön …. 😀
        Aber du hast Recht, in manchen Vierteln konzentriert es sich. Bloß hier sind IMMER Leute drumherum. Deine Bilder sind immer menschenleer…. Wie machst du das? Schickst du die Kaffeetrinken, wenn du fotografieren willst?
        Bin gerade heute an Pauli und Hafen vorbei gefahren und hab ein paar Sachen am Rande gesehen.
        Meine ToDo-Liste beinhaltet unbedingt bald eine Foto-Tour durch den Stadtbereich, ich glaube, das ist auch in Sachen Straßenkunst sehr ergiebig. Kommt noch…
        Grüße zurück!

        • dosenkunst sagt:

          Die Thermoskanne habe ich wirklich immer dabei. Nee, im Ernst, ich warte halt bis die Wände frei sind und Menschen sollen ja auch gar nicht drauf. Sonst ist die Veröffentlichung ein Problem. Bei deiner Tour durch Hamburg wünsche ich viel Freude. Ich selbst war 3 oder 4 mal dort aber nie mit dem Streetart-Blick, oder dienstlich. Deshalb würde mich das schon reizen.

          • Jetamele sagt:

            Na, ich bin da ja öfter, bloß meistens dann doch ohne Kamera oder abends oder in Begleitung, dann kann ich mich nicht so in Ruhe und mit bestimmtem Blick umsehen. Und in der Ecke ist eben immer einiges los, da brauch ich eine große Thermoskanne 😀
            Aber mir juckt’s in den Fingern. Ich freu mich drauf!

  4. Alexandra sagt:

    Hallo Jörg,
    du hast wirklich tolle Fotos gemacht. Ich finde es klasse, dass du deine Route auf einer Karte festgehalten hast, sodass jeder die Street Art in Mannheim wiederfinden kann. Das hätte mir bei meinem Blogpost auch mal einfallen können. 🙂
    Liebe Grüße,
    Alex

    • dosenkunst sagt:

      Hallo Alexandrea, danke für das Lob. Und vielen Dank an dich zurück. Der Tag war durchaus durch deinen Blogpost inspieriert. Ohne wäre ich wohl nicht gefahren. Von daher hast du „gute Arbeit“ geleistet. Und die besseren Motive vor die Linse bekommen, vor allem bei den Unterführungen mit dem Donkey Kong. Irgendein Idiot hat nähmlich mittlerweile allen Figuren dort Schaumstoff in die Augen geklebt, und Gesichter ohne richtige Augen gehen gar nicht.
      Liebe Grüße
      Jörg

  5. MelliFikation sagt:

    Toller Bericht, super Fotos und – sehr hilfreich, für Ortsfremde wie mich, die Karte!
    Nur schade, dass die Werke oft nicht besonders lange überleben und mit Tags und Kritzeleien zugemüllt werden…

    • dosenkunst sagt:

      Ich war selbst ortsfremd, wollte unbedingt die Tour machen und fand es mühsam mir alles zusammen zu suchen. Deswegen freut es mich, wenn ich anderen jetzt behilflich sein kann.
      Das mit dem überleben der Graffiti trifft nur teilweise zu. Die Projektwände der bekannten Künstler Herakut und Case sind so groß und hoch, das die auch noch in vielen Jahren angeschaut werden können. Und wenn es Projektwände sind, entsteht da oft wieder neue „Kunst“, die die alte halt verdrängt. Aber das ist normal. Die Schmierereien gibt es natürlich auch, oft aber an Wänden wo sonst nix drauf ist.
      Liebe Grüße.
      Jörg

  6. tgeriatrix sagt:

    Was für eine tolle Art, eine Stadt zu entdecken. Und danke für die Karte, vll fahr ich das mal nach!

  7. Wow, viele davon kenne ich gar nicht oder habe sie nie registriert. Muß ich direkt mal abklappern, wobei Du schon einige soziale Brennpunkte abgeklappert hast 😉

  8. Vetch sagt:

    Oh, klasse!
    Vieles kannte ich nicht – ich bin hauptsächlich in der Neckarstadt unterwegs und mag am Liebsten so Kleinkram (Aufkleber und kleine Stencils). Außerdem musste hier wirklich oft gucken, weil sich alles doch schnell verändert. Übermalt, überklebt, oder es fallen auch mal Stücke vom Putz ab…
    Freu mich schon auf mehr, auch aus anderen Städten.
    Hamburg ist ja wirklich toll, da seh ich oft Bilder auf Deviant Art.

    • dosenkunst sagt:

      Für mich war der Ausflug nach Mannheim Premiere, deswegen habe ich mich erstmal auf die großen Sachen gestürzt, da konnte ich im Vorfeld gut recherchieren. Bei den kleinen Sachen braucht man ja oft ein paar Insider Infos, sonst rennt man in den falschen Ecken rum. Die Stadt ist aber spannend, ich komme wieder, keine Frage. 🙂

      • Vetch sagt:

        Naheliegend: Neckarstadt West, Jungbusch (da warst du ja) ~ äh, und dann die ganzen wilden Gegenden die ich noch nicht kenne X)
        Bin gespannt, was du einfängst, wenn du das nächste Mal hier bist! 🙂

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