Die Aussichten dieses Stuhles sind zwar ziemlich bescheiden, sie sollen aber hier nicht im Mittelpunkt stehen. Die Innenräume dieses Bahnhofes standen lange auf meiner Liste der zu besuchenden Orte, der Zugang gestaltete sich für mich aber schwierig. Vielleicht hat auch ein wenig der Mut gefehlt, mitten in der Stadt…… Nun, es ist getan.
Das Graffiti-Projekt underARTconstruction 2.1 fand bereits am Wochenende des 18./19.03.2017 statt, da es aber regnete wurden einige der Motive nicht fertig (einige Bilder vom ersten Tag). Mittlerweile sind alle begonnenen Bilder fertig gemalt, weitere hinzugekommen. Vor allem die Ratte von Bud (?) oben hat mich ziemlich beeindruckt. Etwas blaue Fläche ist zwischen Parkhaus und Baustelle weiterhin frei, mal sehen was dort noch passiert. Ich starte, wie immer eigentlich, mit meinen Lieblingsbildern/Motiven, auf der nächsten Seite dann alle weiteren Bilder, diesmal aber unsortiert, nicht im Uhrzeigersinn oder sowas. Die Künstler sind ua. Me One, Monkey, PYC, Indian, Atmocor, Speedone, Rocker, Xavier, Bud, Still Same, Boboter One, Cor …
Wenn ihr im zweiten Bild genauer schaut, erkennt ihr im Hintergrund die Gardinen aus dem ersten Bild. Es hat viel Spass gemacht, teilweise mit Taschenlampenunterstützung, den Stoff in Szene zu setzen. Der Stuhl stand etwas auf der Seite und musste, das mache ich normalerweise nicht, für das Foto etwas wandern. Wobei während der Begehung einige andere Fotografen mit uns unterwegs waren und der Stuhl wohl nicht nur mir als Foto-Objekt gedient hat.
Vielleicht nochmal zur Erklärung für neue Zuseher meiner Stuhl-Reihe: Stühle mit Aussichten fotografiere ich oftmals in verlassenen Orten, für mich Plätze der Ruhe und Entspannung, auf denen man (nein, wirklich hingesetzt habe ich mich dort noch nie) in die alte Zeit eintauchen und darüber nachdenken kann, was einmal gewesen ist. Insgesamt umfasst die Reihe mittlerweile (36) Beiträge. Die aktuellen Motive habe ich im Osten Deutschlands fotografiert, irgendwo am Wegesrand.
Etwas unheimlich war es schon, im Keller dieses ehemaligen Schlachthofes zu wandeln. So völlig ohne Licht, verschachtelte Gänge und nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet. Und wenn der geneigte Fotograf nach oben schaut, findet er Haken aus Stahl an Transportsystemen…. Die Bilder verdeutlichen leider nicht die Ausmaße der Anlage, es waren sehr viele große Räume, die sich unter dem ganzen Gebäude-Komplex hinziehen (11 Bilder).
Was soll ich sagen, eine alte Fabrik in Erfurt, wunderschöne Graffiti an den Wänden, aber alles leer, viele kaputt. Und dann kommen wir in diesen Raum ….. links der Sessel, rechts die Dosen.