Einige der Bilder, vor allem das beeindruckende Gemälde von Cor (Justus Becker), mit den beiden Gesichtern und Herz, kenne ich bereits von der Luminale. Es wirkt bei Tageslicht immer noch sehr beeindruckend. Die Sperrholzwände direkt an der Halle wurden neu gemalt, ein sehr kreativer Ort in Frankfurt.
Nach meinem Aufenthalt in Leipzig Ende April haben wir kurz entschlossen auf der Rückreise einen Stopp in Erfurt eingelegt. Die Stadt kannte ich bereits von früheren Aufenthalten und war deswegen weniger eine Überraschung für mich als Leipzig. Wer sich für Graffiti in Erfurt interessiert, kennt den Blog der kollektiven Offensive, die Kollegen dort zeigen regelmäßig Bilder aus Frankfurt und Erfurt, dort sitzen die Erfurt-Profis. Dort hätte ich auch mal besser nachgefragt nach aktuellen Halls.
Eine kurze Recherche über interessante Spots in Erfurt führten uns in die Grubenstraße und die Weimarsche Straße (Infos von dosensport.com), leider haben wir die Halls dort nicht gefunden. Das Stadtgebiet ist jedoch voll von Straßenkunst und auch hier wie in Leipzig war es von Vorteil mit dem Rad einfach so durch die Straßen zu fahren. Erfurt scheint eine sehr aktive und kreative Streetart-Scene zu haben (18 Bilder) – schön.
Die heutigen Bilder aus Frankfurt zeigen nicht die klassischen Graffitis der Wall of Fames im Rhein-Main-Gebiet, aber die Maler erobern sich auch diese versteckten Orte zuverlässig und hinterlassen ihre Zeichen. Als Nicht-Maler ist es manchmal schwierig diese Orte zu finden, um so schöner, wenn man es geschafft hat. Heute 10 Quadrate, mein Lieblingsformat. Weitere Galerien rund ums Thema „Lost Places“ findet ihr bei Lost Places, Natur und Kunst. Und hier Part 2.
Weiter geht es nach dem ersten Schwung Bilder mit weiteren Graffitis vom Schlachthof in Wiesbaden und den Wänden drum herum. Die Fotos entstanden im März und April 2014.
Die Wände rund um den Schlachthof in Wiesbaden sind sozusagen mein Heimrevier – fotografisch gesehen. Dort schaue ich regelmäßig vorbei, es gibt immer irgendetwas neues zu sehen. Deswegen haben sich einige Bilder in meinem Archiv angesammelt, diese zeige ich nun in mehreren Teilen. Ich habe mir überlegt, ob ich nur meine Favoriten, Gesichter oder besonders Schönes zeigen soll, habe mich dann aber für den chronologisch-dokumentarischen Ansatz entschieden. Die ersten 27 Aufnahmen sind aus dem Februar und März 2014, das Datum ist ja immer im Bildnamen mit drin.
Die freien Tage nach Ostern habe ich für einen kleinen Stadturlaub in Leipzig genutzt. Die Stadt kannte ich vorher noch nicht, die Erwartungen waren entsprechend gering. Ohne Reiseführer und auf dem Rad habe ich mich aufgemacht, die City zu erkunden und war angenehm überrascht von Leipzig. Viele Straßenzüge vor allem in der Südstadt erinnerten mich an Wien, die moderne Uni mitten in der City gibt der Stadt ein modernes Flair, zwischendrin viele alte Bauten wie das Bundesverwaltungsgericht oder die Uni-Bibliothek, keine klassischen Reiseführerziele aber wunderbar – ich liebe Bibliotheken. Beim radeln durch die Stadtteile um die City fielenmir die vielen unbebauten Grundstücke auf, es gibt viel Graffiti und Streetart und einige alte Industriebauten, die den Abenteurer ansprechen. Zumal mir gleich am ersten Tag ein Bildband über Lost Places in Leipzig in die Hände viel (Marc Mielzarjewicz /LOST PLACES LEIPZIG – Verborgene Welten), der Lust gemacht hat die Stadt mit dem etwas anderen Blick zu erkunden.
Die Fotos heute stammen überwiegend von den bekannten Streetart-Plätzen in Leipzig (Werk II und Conne Island in Connewitz) und dem Stadtgebiet. Die Leipziger unter euch werden die meisten Sachen kennen. Meinen Dank noch an mainstyle.org für die tollen Hinweise, wo man in Leipzig Motive finden kann.