Frühling ist das Magic Letters Thema für den Buchstaben F. Nicht mein Thema. Zuerst denke ich an Blumen, habe selbst vor einigen Tagen Krokusse fotografiert, die mag ich hier aber nicht zeigen. Also wende ich meinen Blick nicht nach unten, sondern nach oben. Die Serie beginnt im Herbst, führt durch den Winter und endet im Frühling.
Mitten im Wald und Dornen um das Gebäude herum, da muss es sich doch um etwas märchenhaftes handeln?
Nun, die Ortspolitik möchte hier Flüchtlinge aus fernen Ländern unterbringen, Menschen die vor Hunger, vor Verfolgung und Gewalt geflohen sind. Sollten wir sie nicht anders willkommen heißen? Willkommenskultur? Nächstenliebe? Wo wir doch so stolz sind auf unsere christlichen Wurzeln…
Mein Blick als Fotograf will hier auch das Schöne einfangen, sucht die Kleinigkeiten, die Erinnerungen an Menschen, die hier einmal gelebt haben. Und so kann ich mit der morbiden Schönheit durchaus etwas anfangen, für die kurze Zeit, die ich hier verweile.
Noch ein Bild auf die Nacht, Frankfurt, heute Mittag auf dem Weg zum Job, Haus am HR, wird abgerissen. Die Farben sind echt, alles um die Türen rum habe ich entsättigt.
Mann, Mann, Mann, was für ein Hype um diese blöde Sonne. Jeden Tag kann ich mir das Ding angucken, mach ich aber nicht, auch nicht mit einer Spezialbrille. Ist doch langweilig.
Aber, fotografieren? Geht das? Durchaus, ein interessantes Bild kommt aber nicht dabei heraus, zumindestens nicht bei mir. Dafür benötigt man Spezialequipment wie die ESA, ober ein bischen Vorbereitungszeit, wie bei gwegner.de gut beschrieben. Motivation und etwas alte Fototechnik hat bei mir zumindestens dazu geführt, das Fenster aufzumachen und es mal zu versuchen. Also, auf die Olympus EM1 einen Objektivadapter für Canon FD, ein altes 70-210 mm Glas drauf, manuelle Belichtung, Schärfe auf unendlich, Blende 16 und 1/2000 plus einen Haida 1000er Graufilter vor die Frontlinse. Sonne suchen über LiveView und dann viele, viele Bilder machen. Am Ende habe ich die Kamera dann noch auf ein Stativ gestellt, belichtet und jeweils zwei Minuten später ein weiteres Foto gemacht. Baut man die Bilder in Photoshop zu einem Bild zusammen, erscheinen die Sicheln nebeneinander. Auch nicht viel spannender, aber immerhin.
Warum dann dieser Post? Tja, wie es der Zufall so will, habe ich beim Versuch etwas mehr Schärfe ins Bild zu bekommen in Lightroom die Schärfe verstellt und dann mit ALT + Maskieren die Schäfekanten gesucht, dabei entstehen diese abstrakten Gebilde (erstes Bild). Eher Kunst als Fotografie, aber durchaus interessant genug, um dem Thema etwas … Schönheit abzuringen.
Das Hauptgebäude der Oberfinanzdirektion in Frankfurt ist weg, es steht nur noch der Eingangsbereich. Die Fotos entstanden im Juni 2014, im Oktober 2014 und im März 2015. Auch dieses Abriss-Foto-Projekt ist damit für mich abgeschlossen. Wer jedoch gerne Abrisshäuser fotografiert, wird 200 Meter weiter links am HR interessante Motive finden. Die letzten 4 Bilder zeigen das Eckhaus am HR in Ausschnitten. Den Namen des Gebäudes habe ich nicht herausgefunden.
Da diese alten Gebäude oft auch Orte für Graffiti sind, halte ich mich über ihren Zustand auf dem Laufenden. Wird eines abgerissen, geht Fläche verloren. Über das Heizkraftwerk oben an der Friedberger in Frankfurt hatte ich bereits im September und Dezember 2014 berichtet, jetzt ist es down. Ein Loch. Mal sehen, was dort jetzt passiert.