Wenn es mich nach Offenbach zieht, dann meistens auf dem Rad und dann in Richtung Frankfurt. Ein Ort für Graffiti ist der Brückenkopf der Kaiserleibrücke, auf der Mainseite sind immer noch die Bilder der Living-Walls Projektwand von 2010 zu sehen, direkt am Fahrradweg aber einige von mir noch nicht fotografierte Graffitis. Die Brücke selbst ist wegen ihrer „gewagten“ Konstruktion zur Bauzeit Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main.
Die Hall in Mainz hat nun auch einen Namen – Am Gonsenheimer Sand. Nachdem ich über Facebook erfahren hatte, dass die Stadt Mainz die Nutzungsbedingungen für die Unterführung verschärft hat, bin ich ohne große Hoffnungen dort hingefahren. Ein offizielles Hinweisschild erklärt nun Anwohnern und Malern die neuen Bedingungen, ich fürchte es hat Ärger gegeben dort in der Vergangenheit (Montag bis Freitag bis 19.00 Uhr??? Kein Malen am Wochenende??? Sehr streng). Umso mehr freut es mich, das die Fläche weiter lebt und die Stadt nicht einfach die legale Nutzung gestrichen hat. Und … der Vogel auf dem Sofa existiert nicht mehr, es gibt was neues von Doe/HSA/Pixel (siehe oben und unten). Es sind insgesamt wieder mehr als 20 Bilder geworden….
Einige der Bilder, vor allem das beeindruckende Gemälde von Cor (Justus Becker), mit den beiden Gesichtern und Herz, kenne ich bereits von der Luminale. Es wirkt bei Tageslicht immer noch sehr beeindruckend. Die Sperrholzwände direkt an der Halle wurden neu gemalt, ein sehr kreativer Ort in Frankfurt.
Nach meinem Aufenthalt in Leipzig Ende April haben wir kurz entschlossen auf der Rückreise einen Stopp in Erfurt eingelegt. Die Stadt kannte ich bereits von früheren Aufenthalten und war deswegen weniger eine Überraschung für mich als Leipzig. Wer sich für Graffiti in Erfurt interessiert, kennt den Blog der kollektiven Offensive, die Kollegen dort zeigen regelmäßig Bilder aus Frankfurt und Erfurt, dort sitzen die Erfurt-Profis. Dort hätte ich auch mal besser nachgefragt nach aktuellen Halls.
Eine kurze Recherche über interessante Spots in Erfurt führten uns in die Grubenstraße und die Weimarsche Straße (Infos von dosensport.com), leider haben wir die Halls dort nicht gefunden. Das Stadtgebiet ist jedoch voll von Straßenkunst und auch hier wie in Leipzig war es von Vorteil mit dem Rad einfach so durch die Straßen zu fahren. Erfurt scheint eine sehr aktive und kreative Streetart-Scene zu haben (18 Bilder) – schön.
Die heutigen Bilder aus Frankfurt zeigen nicht die klassischen Graffitis der Wall of Fames im Rhein-Main-Gebiet, aber die Maler erobern sich auch diese versteckten Orte zuverlässig und hinterlassen ihre Zeichen. Als Nicht-Maler ist es manchmal schwierig diese Orte zu finden, um so schöner, wenn man es geschafft hat. Heute 10 Quadrate, mein Lieblingsformat. Weitere Galerien rund ums Thema „Lost Places“ findet ihr bei Lost Places, Natur und Kunst. Und hier Part 2.
Weiter geht es nach dem ersten Schwung Bilder mit weiteren Graffitis vom Schlachthof in Wiesbaden und den Wänden drum herum. Die Fotos entstanden im März und April 2014.